Moog One

LAS - so lautet der Arbeitstitel für diesen Moog Synthesizer. LAS steht für „Long Awaited Synth“. Und tatsächlich haben die Synthesizer-Nerds dieser Welt viele Jahrzehnte auf einen polyphonen Moog Synthesizer warten müssen. Dr. Robert Moog warnte seine Mannschaft stets, dass ein vielstimmiger Synthesizer auch vielstimmige Problemstellungen bedeutet. Jeder Fehler multipliziert sich im Einklang mit den Entwicklungs-Kosten eines solchen Instrumentes. Es war sein Erfahrungsschatz aus früheren Instrumenten wie dem Polymoog oder dem Memorymoog, der die inzwischen stark gewachsene und überaus erfolgreiche Moog Music bis ins Jahr 2018 davon abhielt, einen polyphonen Moog Synthesizer zu bauen.

Aus vorherigen Groß-Synthesizer-Projekten kannte auch ich die Herausforderungen eines solchen Unterfangens. Es ehrte mich daher sehr, im Jahr 2013 auf Einladung von Moog Music als Partner des internen Entwicklungsteams die Reise nach North Carolina anzutreten. In mehreren ausführlichen Produkt-Meetings entstand das grundlegende Gerüst für das Instrument. Dem Stimmen-Aufbau des legendären MiniMoog folgend, sollten im Herzen des Poly drei Oszillatoren wirken. Pro Oszillator kommt ein OLED Display zum Einsatz, um den jeweiligen Output zu visualisieren. Das gesamte Instrument ist dreifach Multi-Timbral.

Das Industrial-Design für den LAS sollte auf den ersten Blick die Moog DNA deutlich erkennbar machen: ausgewogene Proportionen, geneigtes User-Interface mit klassischen Cosmo-Corp Reglern aus Bakelit, Materialmix aus Echtholz und Metall Elementen, perfekte Positionierung der Bedienelemente und gute Lesbarkeit der Produktgrafik.

Das Gehäuse baut auf einen Holzrahmen. Das in einem speziellen Kunststoff-Guss-Verfahren hergestellte Panel wird modulweise bestückt und steckt von oben in diesem Rahmen. Die Produktgrafik wird von der Rückseite auf eine widerstandsfähige Folie gedruckt, die formschlüssig mit dem Panel verbunden ist. Das Erscheinungsbild transportiert die Ästhetik des aus den späten 70er-Jahren stammenden Memorymoog in die Neuzeit.

Als gleichzeitig funktionales und gestalterisches Highlight darf dabei das von der Rückseite umgreifende Lochblech gelten, über das die Abwärme der Analogtechnik perfekt ausgeleitet wird.

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