MODAL ELEMENT ONE

A new chapter in a story that began more than a decade ago
Im Jahr 2013 besuchte uns Philip Taysom in Ravensburg. Philip war leidenschaftlicher Synthesizer-Enthusiast und Sammler – und brachte die Idee mit, eine neue Synthesizer-Marke zu gründen. Ihr Name sollte zunächst Modulus lauten. Schon kurze Zeit später wurde daraus Modal.

Die ersten Instrumente unter diesem Namen waren kompromisslose Flaggschiffe: zunächst der Wavetable-Synthesizer 002, entwickelt von Paula Maddox, später der 008 von George Hearn, der heute mit UDO Audio seine eigene Vision elektronischer Musikinstrumente verfolgt. Paula, George und Philip verbindet nicht nur ihre Leidenschaft für Synthesizer, sondern auch Bristol – eine Stadt, die offenbar einen bemerkenswert fruchtbaren Boden für außergewöhnliche elektronische Instrumente bietet.

Die Wege der Beteiligten trennten sich später, doch die ursprüngliche Ambition von Modal war von Anfang an klar: Synthesizer mit eigenständigem Charakter, hohem klanglichem Anspruch und einer ebenso eigenständigen visuellen Identität zu entwickeln.

Bereits in dieser frühen Phase wurden wir mit der Entwicklung des Erscheinungsbildes der neuen Marke beauftragt. So entstand das Modal-Logo – ursprünglich noch für Modulus entworfen – gemeinsam mit den charakteristischen Waveform-Icons. Beide Elemente prägen die visuelle Identität von Modal bis heute.

In den folgenden Jahren veränderte sich die Marke erheblich. Modal erschloss mit kompakteren und preislich zugänglicheren Instrumenten eine wesentlich größere Zielgruppe und verband bemerkenswerte Funktionalität mit konsequentem Produktdesign. Mit zunehmender funktionaler Tiefe wurde jedoch auch eine andere Frage immer wichtiger: Wie lässt sich diese klangliche und technische Vielfalt möglichst unmittelbar, verständlich und intuitiv zugänglich machen?

Nach einer Phase tiefgreifender Veränderungen innerhalb des Unternehmens begann 2024 ein neues Kapitel – und erstmals rückte dabei unsere eigentliche Kernkompetenz, das Industrial Design, in den Mittelpunkt unserer Zusammenarbeit mit Modal.

The beginning of the Element family
Gemeinsam mit Christian Moore und unter der neuen Ägide der WT Technology Development Company Limited in Hong Kong begannen wir, die bestehende Modal-DNA weiterzuentwickeln. Das Ziel war nicht, die Marke formal neu zu erfinden, sondern ihre charakteristischen Elemente zu verdichten und in eine neue Generation kompakter Instrumente zu überführen.

Das erste Ergebnis dieser Zusammenarbeit ist der Modal Element One, vorgestellt auf der Superbooth 2026.

Im Mittelpunkt des Projekts stand eine einfache Idee: complex synthesis, made immediate. Ein leistungsfähiger Synthesizer sollte sich nicht komplex anfühlen. Die wichtigsten Funktionen sollten direkt erreichbar, Zusammenhänge visuell verständlich und die Bedienung möglichst selbstverständlich sein. Gleichzeitig musste eine Konstruktion entstehen, die trotz eines eigenständigen und hochwertigen Erscheinungsbildes eine attraktive Positionierung des Instruments ermöglicht.

Diese beiden Anforderungen – visuelle Eigenständigkeit und konstruktive Effizienz – bestimmten den Entwurf von Beginn an.

Element One basiert auf einer hochwertigen, spritzgegossenen Gehäusewanne, über der eine schwarz pulverbeschichtete Metallplatte zu schweben scheint. Die klare, präzise Fläche des Panels bildet einen bewussten Kontrast zum stärker volumetrischen Untergehäuse. Zwischen beiden liegt ein umlaufendes Band vertikaler, dreidimensional ausgeformter Rippen. Es gliedert das Volumen, lässt die obere Ebene optisch leichter erscheinen und wird gleichzeitig zu einem der markantesten Merkmale der neuen Element-Designsprache.

Was wie ein dekoratives Detail erscheint, ist eng mit der Konstruktion verbunden. Eine gezielt entwickelte Geometrie ermöglicht es, die komplexe Bodenwanne in einem einzigen Spritzgussvorgang herzustellen. Gestaltung und Fertigung sind damit nicht voneinander getrennt – die konstruktive Lösung wird selbst Teil der visuellen Identität des Instruments.

Auch die Bedienoberfläche folgt diesem Prinzip der Reduktion. Die einzelnen Funktionsbereiche sind horizontal organisiert und durch feine grafische Linien gegliedert, ohne das Panel in starre Segmente zu zerlegen. Unterschiedliche Reglergrößen schaffen eine unmittelbar erfassbare Hierarchie: zentrale Parameter erhalten physische Präsenz, sekundäre Funktionen treten zurück. Display, Taster, LEDs und Bedienelemente bilden so eine ruhige, klar lesbare Oberfläche, die trotz ihrer funktionalen Dichte nicht überladen wirkt.

Die tiefen Blau- und Türkistöne des Gehäuses bilden den visuellen Gegenpol zur nahezu monochromen Bedienoberfläche. Türkisfarbene Akzente tauchen gezielt in Status-LEDs, Typografie und Branding wieder auf und verbinden Hardware und User Interface zu einem konsistenten Gesamtbild.

Ein besonderes Detail ist das Modal-Logo auf der nach hinten abfallenden Fläche des Frontpanels. Als illuminiertes Element ist es nicht einfach auf das Instrument aufgebracht, sondern Teil seiner Architektur. Gerade aus flachen Blickwinkeln betont es die niedrige Silhouette des Synthesizers und verleiht dem Instrument eine subtile technische Präsenz.

Das Ergebnis ist ein Synthesizer, der bewusst nicht versucht, seine Leistungsfähigkeit durch visuelle Komplexität zu demonstrieren. Element One wirkt kompakt, präzise und zugänglich – und macht seine technische Raffinesse erst dort sichtbar, wo sie für den Musiker relevant wird.

Für uns schließt sich damit nach mehr als einem Jahrzehnt ein schöner Kreis: von der Entwicklung der ursprünglichen visuellen Identität von Modal bis zur Gestaltung einer neuen Instrumentenfamilie, die diese Identität in die Zukunft weiterführt.